Gesundheitsförderung mit sozial Benachteiligten - Erfahrungen aus der Legenswelt Stadtteil

Gesundheitsförderung mit sozial Benachteiligten - Erfahrungen aus der Lebenswelt Stadtteil

Die Zahl übergewichtige Kinder wird stetig größer, besonders betroffen sind Kinder aus sozial schwachen Familien. Der Weg zum übergewichtigen Erwachsenen und zu Folgeerkrankungen ist damit häufig vorgezeichnet.

Das hier vorgestellte Modellprojekt sollte Bewegung und gesunde Ernährung der Kinder und Jugendlichen aus dem Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg fördern. Im Mittelpunkt stand die Ausbildung von MultiplikatorInnen, die vor Ort leben oder arbeiten, zu GesundheitsmentorInnen und GesundheitstrainerInnen.

Das Buch präsentiert eine Zusammenfassung des Curriculums, das für die Ausbildung verwendet wurde. Die AutorInnen diskutieren, wie solche Projekte zu einer gerechteren Verteilung der Gesundheitschancen beitragen können.

Aus dem Inhalt:

Im ersten Teil geht es um Aspekte der Gesundheitsförderung mit sozial benachteiligten Menschen. Hierbei wird auch immer wieder auf das Thema Migration Bezug genommen. Dabei ist jedoch deutlich darauf hinzuweisen, dass ein Migrationshintergrund an sich noch keine soziale Benachteiligung ausmacht, sondern ebenfalls auch soziale Chancen beinhaltet.

Ganz bemerkenswerte Erfahrungen auf diesem Gebiet hat das ZAGG mit einem Modellprojekt in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg gemacht. Hier konnten ganz neuartige Zugangswege für die Adipositas-Prävention im Kindesalter gefunden werden. Unter dem Motto „Gesund sind wir stark! - Sağliki daha güçlüyüz!“ wurden Fachleute aus dem Bezirk, die beruflich in Kontakt mit der Zielgruppe stehen, zu GesundheitstrainerInnen weitergebildet. Zudem wurden Frauen und Männer mit türkischem und arabischem Hintergrund zu Gesundheitsmentoren ausgebildet.

Ein umfangreiches Curriculum liegt bereits vor. Da das Projekt eine ausgesprochen hohe öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hat, sollen nun die konzeptionellen Grundlagen, Auszüge des Curriculums sowie die wichtigsten Erfahrungen zusammengefasst und der großen Zahl der InteressentInnen zur Verfügung gestellt werden. Diese sehr handlungsorientierten Informationen finden sich im zweiten Teil des Buches, das sich vornehmlich an PraktikerInnen in der Gesundheitsförderung richtet.

Der dritte Teil des Buches beinhaltet die Erfolgsfaktoren der Gesundheitsförderung mit sozial Benachteiligten. Hier kommen kommunale Netzwerke, Stadtentwicklung, die Bedeutung von Akzeptanz und Kontinuität, Fragen der Partizipation sowie des Projektmanagements zur Sprache.
In einem abschließenden Plädoyer werden die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen noch einmal gewürdigt, die einen so erfolgreichen Projektverlauf erst ermöglicht haben.

Über die Autoren:

Detlef Kuhn ist Sportlehrer, Geschäftsführer und Gründer der ZAGG Zentrum für angewandte Gesundheitsförderung und Gesundheitswissenschaften GmbH in Berlin und Leiter des Arbeitskreises "Betriebliche Gesundheitsförderung" im Gesundheit Berlin e.V.

Ingrid Papies-Winkler ist Politologin und Sozialpädagogin. Sie arbeitet als Koordinatorin für Gesundheitsförderung und Prävention am Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

Dieter Sommer ist Geschäftsführer der ZAGG Zentrum für angewandte Gesundheitsförderung und Gesundheitswissenschaften GmbH in Berlin.

Hrsg.: Detlef Kuhn / Ingrid Papies-Winkler / Dieter Sommer
Gesundheitsförderung mit sozial Benachteiligten - Erfahrungen aus der Lebenswelt Stadtteil

Mabuse-Verlag 2009, 277 Seiten
ISBN: 978-3-940529-40-4
EUR: 26,90